Idee und Konzept

Zielstellung

Der EmmerstrandIm Rahmen des Stadtentwicklungsprojektes „Lügde 2015“ und der damit umfassenden Revitalisierung des Altstadtkerns, entstand entlang der Emmer-Aue im Stadtbereich ein Freizeit- und Erholungspark, der „Emmerauenpark Lügde“. Mit der Planung des ca. 5 ha großen Auenparks, wird für die Bewohner und Besucher der Stadt Lügde ein erlebbarer und identitätsstiftender Freiraum in unmittelbarer Nähe zur Stadt geschaffen. Im Hinblick auf die räumliche, gestalterische und funktionale Nutzung des Parks, sind Erlebnisbereiche, Ruhezonen sowie kleinräumig gestalterische Zonen entstanden und ein neues Wegekonzept entwickelt worden, welches die Anbindung an die Altstadt, die regional bedeutsamen Radwege sowie die räumliche Einbindung baulicher vorhandener Elemente im Park berücksichtigt.

Lage des Parks

Strukturell gliedert sich der an der westlichen Altstadt gelegene „Emmerauenpark Lügde“ in zwei Bereiche. Die Brückenstraße teilt die Parkanlage in einen nördlichen und südlichen Teil. Westlich des Areals begrenzt die Emmer das Planungsgebiet. In nordöstlicher Richtung wird das Gelände durch die vorhandene Stadtmauer zur Altstadt eingefasst. Die Eschenbrucher Straße begrenzt das Areal in südlicher Richtung. In nördlicher Richtung geht der Park in den anstehenden Landschaftsraum über. Die Emmer-Aue liegt im Überschwemmungs-, Landschafts- und Naturschutzgebiet und unterliegt damit den gesetzlichen Bestimmungen.

Gestaltungskonzept

 

FahrradfahrerZentraler Gestaltungsansatz für den „Emmerauenpark Lügde“ ist es, den Bürgern der Stadt und seinen Besuchern einen unverwechselbaren und nutzbaren Freiraum zu bieten. Die bestehende Grünfläche besitzt mit dem Auencharakter, dem Baumbestand, den Blickbeziehungen zum umgebenden Landschaftsraum und der Emmer ein großes Erholungspotential, welches durch das Gestaltungskonzept wieder erlebbar gemacht wurde. Der Entwurf nutzt die vorhandenen Potentiale der Grünfläche, so dass dieser zur aktiven Naherholung beiträgt und als Anziehungspunkt für die Bewohner und Gäste der Umgebung fungiert.

Als gegliederter, durch weite Sichtbeziehungen und große Freiflächen geprägter Park, soll der „Emmerauenpark Lügde“ eine Ergänzung zu den angrenzenden kleinteiligen Siedlungsstrukturen sein. Die gewählte Struktur und Formgebung der geplanten Wegeverbindungen und Funktionsflächen orientiert sich an dem über die Grenzen der Stadt Lügde bekannten „Osterräderlauf“. Die kreisförmige Ausgestaltung der einzelnen Erlebnisbereiche und Ruhezonen erfolgt in Anlehnung an die Form des „Osterrades“. Die organisch geschwungenen Wege, die die Gestaltung der Grünanlage prägen, greifen dabei die freie Bewegung des „Osterrades“, welche beim herabrollen des „Osterberges“ entsteht, auf.

Die vorhandene Baumallee entlang der Stadtmauer wurde in das Wegenetz eingebunden. Durch die Erweiterung bzw. Ergänzung der Baumallee im nördlichen Teil des Parks, entstand trotz der trennenden Brückenstraße ein zusammenhängender Park. Die Fortführung der Allee entlang der Stadtmauer hat einen erlebbaren Rundweg um die Altstadt der Stadt Lügde geschaffen, der durch das Einstreuen spannungsreicher Spielgeräte entlang der Stadtmauer aufgewertet wird. Der vorhandene Wegebelag aus Rechteckpflaster blieb bestehen und wurde teilweise ergänzt. Die neuen Wege wurden aus einem Asphaltbelag hergestellt. Die jeweiligen Zugänge im südlichen Teil des Parks wurden als großzügige Platzflächen angelegt. Pflanzflächen aus Rosen- und Staudenrabatten oder beispielsweise markanten Säuleneichen markieren die Eingangsbereiche und bieten dem Besucher eine Orientierung und Erkennbarkeit.

Im nördlichen Teil des Parks schließt das Wegenetz an den überregionalen Radweg an. Eine gestaltete Pflanzfläche markiert den Eingang in den „Emmerauenpark Lügde“ sowie den Übergang in den angrenzenden Landschaftsraum. Zusätzliche Pflanzflächen sind an ausgewählten Orten entlang der Wege als Blickfang entstanden und laden zum Aufenthalt ein. Die Auswahl der Blüh-, Laub- und Gehölzfarben für die Pflanzflächen orientiert sich dabei an den für die „Osterfeuerräder“ typischen Farben Gelb, Orange und Rot. Der vorhandene Baumbestand ist erhalten geblieben und wurde in Teilbereichen ergänzt.

Thematisch ist der Park in drei Bereiche, das „Forum Natur“, den „Lügder Treff“ und den „Emmer Beach“ gegliedert, die sich in den einzelnen Gestaltungskonzepten wiederfinden.

ParkbankDas im südlichen Teil des Parks gelegene „Forum Natur“ greift die vorgefundene räumliche Gegebenheit auf, die durch den natürlichen Auencharakter und das Naturschutzgebiet stark geprägt ist. In Folge dessen stehen in diesem Parkteil eher ruhige und kontemplative Parknutzungen im Vordergrund. Ein „grünes Klassenzimmer“ sowie ein Naturlehrpfad sollen dem Parkbesucher einen Einblick in die heimische Vegetation vermitteln. Die vorhandenen Obstbaumwiesen wurden ergänzt.

In nördlicher Richtung angrenzend ist der „Lügder Treff“ als ein Ort für Veranstaltungen eingeplant. Durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Nutzungen wie beispielsweise der Osterkirmes, dem Osterräderlauf, temporären Veranstaltungen und der Einbeziehung des Dechenheimes, bietet dieser Teil des Parks einen Ort für die Stadtgemeinschaft. Großzügige Rasenflächen, ein zentraler Spielbereich, der direkte Zugang zur Emmer und die Schaffung eines gastronomischen Bereiches werten diesen Bereich zusätzlich auf. Das Element Wasser wird in unterschiedlicher Form als Waschplatz und als Kneipp im Fluss erlebbar gemacht.

Der im nördlichen Teil gelegene „Emmer Beach“ greift ebenfalls das Thema Wasser auf, welches durch die Emmer und die Auenwiesen eine bedeutende Rolle für die Stadt Lügde spielt. Auch in diesem Bereich kommen die Besucher des Parks in direkte Berührung mit dem Wasser. Durch die Schaffung eines Bade- und Strandbereiches, unterschiedliche Möglichkeiten für Sport und Spiel, kann der „Emmer Beach“ als aktiver Treffpunkt für Jung und Alt genutzt werden.

Im Zuge der Maßnahme wird das vorhandene Ehrenmal im östlichen Zugangsbereich mit in die Neugestaltung des „Emmerauenparks Lügde“ eingebunden. Um die Lesbarkeit der Platzfläche und damit die Wahrnehmbarkeit der Gedenkstätte zu erhöhen, wird der Bereich durch eine einstufige Treppenanlage klar gefasst. Der behindertengerechte Zugang erfolgt durch eine Rampe. Zwei Pflanzbeete mit einer flächigen Rosenbepflanzung aus dauerblühenden Sorten rahmen den Bereich des Denkmals ein.

Projektbeteiligte

Bauherrin

Stadt Lügde
Am Markt 1
32676 Lügde

Ingenieure für Wasserbau-Wasserwirtschaft
Sönnichsen und Partner
Schwarzer Weg 8
32426 Minden